Drohne fliegen lernen – Die besten Tipps für Einsteiger und Anfänger

Drohne fliegen ist ein fantastisches Hobby. Die Steuerung ist jedoch gerade für Einsteiger und Anfänger nicht ganz leicht und kann so manch frustrierten Moment zurücklassen. Um Dir den Anfang etwas zu erleichtern, bekommst Du hier eine kleine Flugschule mit den besten Grundübungen. Mit etwas Geduld und Ausdauer wirst auch Du bald zum Profi-Copter-Pilot!

Die Knüppel an der Fernsteuerung

Auf einer Fernsteuerung für Flugmodelle befinden sich 2 Knüppel. Einer rechts und einer links wobei die rechte Hand den rechten Knüppel bedient und die linke Hand den linken Knüppel.

Drohne fliegen lernen
Meine Mode 2 Fernsteuerung

Um ein Flugmodell steuern zu können, sind folgende Steuerbefehle notwendig:

  • Pitch (Gas)
  • Yaw/Gier (Drehen)
  • Roll (Rollen)
  • Nick (Neigen)

Für die Anordnung dieser Steuerbefehle auf die 2 Knüppel der Fernsteuerung haben sich verschiedene sogenannte Modes etabliert.

Am weitesten verbreitet ist der Mode 2. Hier befindet sich Gas / Drehen auf dem linken Knüppel und Rollen / Neigen auf dem rechten Knüppel.

In dieser Mini-Flugschule nehme ich den Mode 2 als Grundlage für die Steuerung.

Das passiert beim Betätigen der Knüppel

Wenn Du den rechten Knüppel nach vorne bewegst, dann neigt sich die Drohne nach vorn und beginnt vorwärts zu fliegen. Wenn Du den rechten Knüppel nach hinten bewegst, dann neigt sich die Drohne nach hinten und fliegt rückwärts.

Das gleiche passiert entsprechend, wenn du den rechten Knüppel nach links und rechts bewegst. Die Drohne neigt sich jeweils nach links oder rechts und beginnt in die jeweilige Richtung zu fliegen.

Denke bei diesem Prinzip einfach an einen Ball auf deiner Handfläche. Kippst Du deine Hand nach vorne, so rollt der Ball auch nach vorn. Und entsprechend dann auch in die anderen Richtungen.

Auf dem linken Knüppel befinden sich das Gas und das Drehen. Der linke Steuerknüppel hat gegenüber dem rechten eine kleine Besonderheit. Er ist nicht mittig zentriert sondern beginnt am unteren Anschlag des Steuerkreuzes.

Schiebst Du den linken Knüppel langsam nach vorn, so erhöht sich die Drehzahl der Propeller und der Copter hebt vom Boden ab.

Wenn Du den linken Knüppel nach rechts oder links bewegst, dann dreht sich die Drohne um die Hochachse jeweils entsprechend nach links und rechts.

Die Vorbereitung zum Drohne fliegen

Für meine kleine Flugschule empfehle ich Dir eine große Wiese oder ein Feld. Plane viel Platz für Deine ersten Flugversuche ein.

Achte bitte auch darauf, dass keine weiteren Personen im Flugbereich unterwegs sind. Drohnen sind keine Spielzeuge und können mit ihren Rotoren schlimme Schnittverletzungen verursachen.

Starten und Landen

Am Anfang sind das Starten und Landen nicht ganz so einfach wie Du denken magst. Hierbei solltest du recht sicher sein, bevor Du dich an weitere Flugmanöver herantraust.

Beim Fliegen mit einer Drohne gibt es immer wieder Situationen, bei denen man schnell Landen oder auch Starten muss. Dann sollte der jeweilige Ablauf sitzen und ohne groß nachzudenken vonstattengehen.

Ich denke hier an Notlandungen, wenn zum Beispiel ein Die Spannung eines defekten Flug-Akkus zusammenbricht und die Drohne abzustürzen droht.

Die meisten Drohnen verfügen über eine sogenannte Autostart-Funktion. Hierbei dreht das Luftfahrzeug die Motoren automatisch hoch und der Start erfolgt automatisch bis auf eine festgelegte Höhe. Bei so einem Autostart muss der Bereich um die Drohne unbedingt frei von Hindernissen sein.

Wenn der Autostart bei Deiner Drohne nicht verfügbar ist, dann starte deine Drohne manuell.

Die Prozedur kann hierbei von Drohne zu Drohne unterschiedlich sein denn hier ist grundsätzlich eine Sicherung implementiert um ein versehentliches aktivieren der Rotoren zu verhindern. Das aktivieren der Motoren nennt man auch „armen“.

Wenn die Rotoren aktiv sind, dann schiebe den linken Knüppel deiner Fernbedienung langsam nach vorn um die Drehzahl zu erhöhen. Die Drohne wird relativ unruhig abheben.

Dies ist dem sogenannten Bodeneffekt geschuldet. Ab einer Höhe von ca. einem Meter nehmen die Verwirbelungen ab und die Drohne steht ruhig in der Luft.

Zum Landen betätigst Du einfach die Taste für die automatische Landefunktion. Wenn Du manuell landen möchtest, dann scheibst du den linken Knüppel ganz langsam in deine Richtung.

Beobachte die Drohne dabei sehr genau. Ab einer bestimmten Höhe tritt dann der oben beschriebene Bodeneffekt wieder auf. Wenn das Luftfahrzeug sicher auf dem Boden steht deaktivierst Du die Motoren.

1. Rechteck

Übung 1 – Rechteck

In der ersten Lektion geht es darum, den rechten Knüppel näher kennen zu lernen. Dieser ist für die seitlichen Bewegungen der Drohne verantwortlich.

Analog der Knüppelbewegungen bewegt sich auch die Drohne im Flug. Beachte hierbei bitte, je größer der Ausschlag am Knüppel umso mehr kippt das Luftfahrzeug in die entsprechende Richtung.

Außerdem beschleunigt die Drohne auch in die entsprechende Richtung schneller bei einem größeren Kipp-winkel.

Für die Ausführung der ersten Übung gehe bitte wie folgt vor:

  • Markiere Dir auf der Fläche vor Dir zum Beispiel mit 4 Bällen das abzufliegende Viereck zur Orientierung.
  • Starte Deine Drohne und bringe sie auf eine Höhe von rund 2 Meter.
  • Achte bitte darauf, dass die Nase Deiner Drohne von Dir weg zeigt denn nur so funktioniert dann die Übung richtig.
  • Bewege jetzt den rechten Knüppel an der Fernbedienung vorsichtig nach vorn bis sich die Drohne entsprechend vorwärtsbewegt.
  • Kurz bevor Du an einer der hinteren Markierungen ankommst, bringe den rechten Knüppel langsam wieder in die neutrale Mittelposition bis die Drohne über der Markierung schwebt.
  • Nun folgt eine seitliche Bewegung nach rechts oder links. Je nachdem wie Du begonnen hast. Bewege den rechten Knüppel langsam in die entsprechende Richtung bis zur nächsten Markierung und nimm den Knüppel kurz vor dem Erreichen langsam zurück.
  • Fliege auf diese Weise deinen Parkour so oft ab wie du willst. Versuche dabei immer präziser über den Markierungen zum Stillstand zu kommen.

2. Vor und zurück

Übung 2 – Vor & Zurück

Bei der „Vor & Zurück“ Übung kommt zusätzlich der linke Knüppel zum Einsatz. Mit diesem wirst Du deine Drohne drehen und so die Flugrichtung ändern.

Die besondere Schwierigkeit besteht hier im Umdenken bei der Steuerung mit dem rechten Knüppel, wenn die Drohne auf dich zufliegt. Diese ist nämlich dann genau entgegengesetzt.

Für dieses Problem bieten mittlerweile viele Drohnen einen Hilfe-Modus an. Die Drohne erkennt die Flugsituation und passt die Steuerung entsprechend an.

Wir wollen hier aber die klassische Steuerung üben! Gehe dabei wie folgt vor:

  • Markiere Dir auch hier wieder die beiden Stopp-Punkte am Boden.
  • Lass die Drohne wieder auf gut 2 Meter aufsteigen. Achte darauf, dass die Nase der Drohne von dir weg zeigt.
  • Bewege nun den rechten Knüppel langsam nach vorn, bis sich die Drohne in Bewegung setzt.
  • Kurz bevor die Drohne die hintere Markierung erreicht hat, nimmst du den rechten Knüppel etwas zurück und bewegst gleichzeitig den linken Knüppel leicht nach rechts oder links bis die Nase der Drohne wieder zu Dir zeigt.
  • Lass jetzt den linken Knüppel los und fliege zum Ausgangspunkt zurück. Dreh die Drohne hier in gleicher Weise wie eben an der hinteren Markierung.
  • Trainiere dieses Manöver so lange bis du auch hier relativ sicher bei der Steuerung bist.
  • Nach ein paar Runden kannst du versuchen, die Drohne mit dem rechten Knüppel seitlich zu korrigieren. Achte dabei auf die entgegengesetzte Steuerung, wenn die Nase der Drohne auf dich zeigt.

3. Rechteck mit Drehung

Übung 3 – Rechteck mit Drehung

Bei der Übung „Rechteck mit Drehung“ handelt es sich um eine Kombination der beiden voran gegangenen Übungen.

Du fliegst das gleiche Viereck wie bei der ersten Übung und drehst deine Drohne zusätzlich an jeder Ecke in die entsprechende Richtung um 90 Grad, sodass die Nase der Drohne immer in Flugrichtung zeigt.

Markiere Dir auch hier wieder die Eckpunkte am Boden und gehe bei dieser Übung wie folgt vor:

  • Bringe deine Drohne wieder auf ca. 2 Meter Flughöhe und bewege den rechten Knüppel leicht nach vorn, bis die Drohne sich einem der hinteren Punkte nähert.
  • Nimm den rechten Knüppel kurz vor dem Erreichen des Eckpunktes etwas zurück und drehe die Drohne mit dem linken Knüppel um 90 Grad entsprechend nach links oder rechts. Bewege dazu den linken Knüppel entsprechend nach links oder rechts bis sich die Drohne um 90 Grad gedreht hat.
  • Fliege nun zum anderen hinteren Eckpunkt in gleicher Weise und dann wieder nach vorn.
  • Beachte hierbei immer die aktuelle Flugrichtung deiner Drohne beim Betätigen des rechten Knüppels. Probiere es einfach aus und du wirst schnell merken worum es geht 🙂
  • Übe diesen Kurs bis du mit der Steuerung gut klar kommst.
  • Probiere auch den Kurs in entgegengesetzter Richtung zu fliegen!

4. Kreis

Übung 4 – Kreis

Bei der „Kreis“ Übung geht’s ans Eingemachte! Hier wirst Du nur bestehen, wenn Du die vorhergehenden Übungen erfolgreich gemeistert hast. Beim Kreis-Flug steuerst Du den Copter mit beiden Knüppeln der Fernsteuerung – und das gleichzeitig.

Die Nase der Drohne zeigt hierbei immer in Flugrichtung. Um das zu erreichen, muss sich die Drohne permanent drehen. Fang am besten gleich an und gehe wie folgt vor:

  • Ob Du bei dieser Übung Markierungen ab Boden brauchst oder nicht, entscheidest Du einfach selbst. Es könnte jedoch hilfreich sein für eine bessere Orientierung.
  • Starte deine Drohne auf gut 2 Meter und bewege den rechten Knüppel leicht nach vorn. Bewege den linken Knüppel gleichzeitig etwas nach rechts um die Drohne beim Vorwärtsflug etwas nach rechts zu drehen. Je nachdem wie stark du die Drohne nach vorn neigst und seitlich drehst, wird der Kreis größer oder kleiner werden.
  • Wenn das mit dem Kreisflug gut funktioniert, dann probiere auch einmal die Drohne durch eine zusätzliche Bewegung des rechten Knüppels nach links oder rechts, die Drohne zu rollen. Damit legt sie sich dann so richtig in die Kurve. Außerdem lässt sich mit dem zusätzlichen Rollen die Geschwindigkeit im Kreis deutlich erhöhen.

5. Acht

Übung 5 – liegende Acht

Bei der letzten Übung fliegen wir eine liegende Acht. Das ist im Grunde die „Kreis-Übung“ von eben – nur eben erweitert auf zwei Kreise und die die Schwierigkeit des Richtungswechsels.

Wenn Du diese „liegende Acht“ fehlerfrei fliegen kannst, dann hast Du die Grundlagen gemeistert und bist bereit für das große Abenteuer in der Luft mit deiner Drohne.

Auf geht’s zu letzten Übung:

  • Bringe die Drohne wieder auf ca. 2 Meter und beginne mit einem Kreisflug im Uhrzeigersinn.
  • Nach dem ersten vollen Kreis drehst Du deine Drohne mit dem linken Knüppel in die entgegengesetzte Richtung. Passe auch die Roll-Bewegung mit dem rechten Knüppel entsprechend an.
  • Übe jetzt die Acht bis der Arzt kommt 😉

Die liegende Acht beinhaltet alle möglichen Steuerbewegungen eine Drohne. Diese Figur wird Dir alles abverlangen und bis zur Perfektion viel Zeit in Anspruch nehmen.

Wenn Du die Acht allerdings fehlerfrei fliegen kannst, dann darfst Du dich Pilot nennen! 😉

Helfende Technik beim Drohne fliegen

Moderne Drohnen besitzen eine ganze Reihe an technischen Hilfsmitteln für einen einfacheren Flug. So ist es auch absoluten Anfängern möglich eine Drohne spielerisch durch die Luft zu bewegen.

So lassen sich Punkte auf einer Karte definieren die die Drohne dann nacheinander anfliegt. Oder die Drohne umkreist ein Objekt voll automatisch um zum Beispiel Filmaufnahmen zu machen.

Bei all der Technik sollte man jedoch trotzdem in der Lage sein eine Drohne auch ohne Hilfsmittel zu fliegen.

Denke bitte auch daran, das Du in Deutschland eine Versicherung für dein Luftfahrzeug benötigst um die Vorschriften bzw. Bestimmungen einzuhalten.

Fazit

Mit dieser kleinen Flugschule kannst Du ganz privat üben und zum Profi Pilot werden. Wende das Wissen über die Steuerung regelmäßig an und halte dich außerdem von Flughäfen fern.

Für sehr große Fluggeräte ist außerdem eine Genehmigung zum Aufstieg erforderlich

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